WEEKLY TOPIC #4 - SPRACHE: Was kann sie alles?

Irgendwann vor ca. 1,5 Millionen bis 40.000 Jahre bildete sich beim Menschen die Sprachfähigkeit aus. Im Laufe der Zeit hat sich diese Fähigkeit ausgeprägt und unterscheidet den Menschen heute maßgeblich von den Tieren. Es ist also eine besondere Fähigkeit und hat maßgeblichen Einfluss auf unser Leben. Doch wann denken wir darüber mal nach? Meistens erst, wenn in der Schule ein weiterer Spanisch- oder Französisch Test ansteht!

Wenn man eine Sprache beherrscht, kann allerdings viel damit gemacht werden. Sowohl Positives als auch Negatives. Warum das auch mit Nachhaltigkeit zu tun hat, klären wir heute!

Mit der Sprache verbindet man spontan Gutes und Wichtiges. Wir wachsen mit einer Sprache auf, uns wird beigebracht wie wir uns ausdrücken können, um dann irgendwann unsere eigenen Ideen und Gedanken anderen Leuten verständlich machen zu können. Eine gute Sache! Oder nicht? Im Alltag wird die Stärke, wenn nicht sogar Macht, der Sprache oft unterschätzt. Denn durch jeden Satz, jedes Wort, werden wir beeinflusst. Oftmals auch unbewusst. Selbst unsere Muttersprache schient Einfluss auf unsere Denkweise zu haben. Das liegt beispielsweise an unterschiedlichen Zeitformen, die in den Sprachen existieren.

Auch unsere Sinne werden durch bestimmte Worte angeregt. Wenn wir die Wörter Parfüm oder Kaffee hören, wird in unserem Gehirn auch das Areal für Geruchsverarbeitung aktiviert. Wenn Bewegungen beschrieben werden, wird der Motorkortex aktiviert. Man sieht also, wie Sprache das Gehirn beeinflussen kann.

Das wird sich selbstverständlich oft zu Nutze gemacht, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen. Ihr kennt es bestimmt alle: die nervige Gedichtsanalyse im Deutschunterricht, in der man stundenlang die rhetorischen Mittel herausarbeiten muss und Dinge in Worte interpretiert, die so wahrscheinlich nie gemeint waren. Spannender wird das ganze aber wenn man sich konkrete Gegenüberstellungen von Ausdrucksweisen anschaut.

In der Politik wird häufig von „Flüchtlingswellen“ gesprochen. Ein deutlicher wertfreierer Ausdruck wäre beispielsweise „Fluchtbewegung“. Das Bild einer Welle ruft das Gefühl einer Bedrohung hervor: Muss man sich in Sicherheit bringen? Werden wir „überflutet“? In erster Linie wird der Sachverhalt entmenschlicht. Ganz egal wie gut man das findet, ist es ziemlich normal, denn wir Menschen sind häufig nur über Emotionen anzusprechen. Für reine Fakten sind wir häufig leider nicht sonderlich empfänglich.

Fakten werden immer in einem gewissen Rahmen verarbeitet. Hierbei spricht man vom sogenannten Framing. Das wird zum einen durch die eben beschriebene Wortwahl beeinflusst, als auch durch die eigene Meinung, die man sich vorher schon gebildet hat. In diesem Zusammenhang gibt es nämlich das Phänomen des sogenannten Confirmation bias, der beschreibt, dass wir Informationen, die unsere Meinung stützen, als glaubwürdiger und relevant einordnen. Informationen, die unserer Meinung hingegen widersprechen, stempeln wir als irrelevant ab und führen in vielen Fällen sogar dazu, dass sich unsere Meinung weiter manifestiert.

Puh, viele Informationen. Ihr merkt, wie vielschichtig das Thema ist! Es ist also klar, dass Sprache starke Auswirkungen haben kann und hat. Was das für uns bedeutet und für Auswirkungen hat, und wie wir damit umgehen können und vielleicht sollte, besprechen wir in den folgenden #weeklytopics zum Thema Sprache - Bis dahin!

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