WEEKLY TOPIC #2 - Die Probleme konventioneller Baumwolle (2/3)

DAS UMWELTPROBLEM

Im letzten Beitrag ging haben wir über den massiven Wasserverbrauch, der beim konventionellen Baumwollanbau anfällt, diskutiert. Solltest du den Beitrag verpasst haben findest du ihn hier.

Ein weiteres Problem des Baumwollanbaus ist der hohe Einsatz von Pestiziden. Ohne Frage, Pestizide sind nicht per se schlecht – ohne sie würden 80% des Baumwollanbaus verderben. Allerdings müssen die Pflanzen je nach Gebiet 14 bis 30 Mal in der Saison mit Gift behandelt werden, da die Entwicklung verschiedener Resistenzen nicht selten auftritt. In Kombination mit der starken künstlichen Bewässerung kommt es häufig zu Pestizidrückständen im Boden, welche zusätzlich durch Regen verteilt werden. Dies führt zu Schädigungen der Natur, die auch Konsequenzen auf die Menschen vor Ort haben, z.B. durch Verunreinigung des Grund- und Trinkwassers.

Jährlich sterben ca. 20.000 Feldarbeiter im Baumwollanbau durch Pestizid-Vergiftungen.

Die Pestizide werden meist per Flugzeug auf die Felder gesprüht, oder per Hand von den Feldarbeitern. Schutzkleidung ist meist zu teuer, oder wird aufgrund der hohen Temperaturen nicht verwendet. So kommen die Arbeiter oft in direkten Hautkontakt mit den Pestiziden. Besonders schädlich ist dies für Kinder, die häufig auf den Feldern zur händischen Schädlingsbeseitigung oder zum Pflücken der Baumwolle eingesetzt werden. Frauen und Mädchen gelten meist als unbezahlte Familienmitglieder und können sich fast nie selbstständig machen, da die Branche von Männern dominiert wird.

75% der heutigen Baumwollfelder wurden mit genetisch modifiziertem Saatgut bepflanzt.

Um auf weniger Pestizide zurückgreifen zu müssen, wurde 1996 die sogenannte Biotech Baumwolle erfunden. Hierbei handelt es sich um genetisch verändertes Saatgut, wodurch die Baumwollpflanzen sich selbst gegen Insekten verteidigen können. Sobald sich Fraßinsekten auf der Pflanze niederlassen, sondert die Baumwolle ein Gift ab. Allerdings ist diese Abwehr oft nicht gegen alle Schädlinge erfolgreich, wodurch vermehrt Insektizide auf den Feldern eingesetzt werden muss. Weitere Resistenzen gegen die Gifte werden so provoziert. Desweitern wurde Saatgut mit einer Resistenz gegen Breitband-Pflanzenvernichter entwickelt, um Unkraut auszulöschen. Die Unkrautvernichter können so großflächig über die Felder gesprüht werden, ohne die Baumwolle zu schädigen. Allerdings brauchen genetisch modifizierte Baumwollpflanzen ca. 3 Mal mehr Wasser als unbehandeltes Saatgut. Für die transgene Baumwolle hat sich beispielsweise Monsanto Patente gesichert, weshalb Bauern Verträge eingehen müssen und daran gebunden werden, immer wieder neues Saatgut zu kaufen, statt die Samen aus der eigenen Ernte zu nutzen. Die Erwartungen und Versprechungen an die genetisch veränderte Baumwolle sind meist größer, als die tatsächlichen Erträge, weshalb viele Bauern sich stark verschulden. Eine Kennzeichnungspflicht über den Einsatz von genetischer Modifizierung besteht übrigens nicht.

Im nächsten Beitrag (immer Dienstags) soll es weiter um die Arbeitsbedinungen im konventionellen Baumwollanbau gehen. Kanntet ihr die Fakten bereits? Schreibt es uns in die Kommentare. Schaut auch gern bei uns auf Instagram vorbei, dort findet ihr diesen Beitrag in Video-Form (immer Mittwochs) und als zusammenfassende Grafik (immer Sonntags). Tragt euch auch gern in unseren Newsletter ein, um keinen Beitrag mehr zu verpassen. 

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