WEEKLY TOPIC #1 - Die Probleme konventioneller Baumwolle (1/3)

DER WASSERVERBRAUCH

Baumwolle wird bereits seit 7.000 Jahren angebaut. Wegen der guten Saug- und Widerstandseigenschaften gilt die Pflanze heute noch immer als die wichtigste Naturfaser im Textilbereich. Jährlich werden ca. 25 Tonnen Baumwolle geerntet, wobei 99,5% der Baumwolle konventionell angebaut wird. Die restlichen 0,5% stammen aus biologischem Anbau. Trotz der vielen guten Eigenschaften, die Baumwolle besitzt, ist es wichtig zu wissen, wo sie herkommt und angebaut wird. Heute klären wir die Probleme konventioneller Baumwolle.

Baumwolle wird in sehr vielen verschiedenen Ländern angebaut. Die perfekten Bedingungen für einen Anbau findet man in frostfreien und warmen Gebieten, mit geringem Niederschlag. Bei zu viel Regen würden die Pflanzen verfaulen, da sich die Knospen mit Wasser vollsaugen würden. Allerdings besteht hier bereits der erste Konflikt - Baumwolle benötigt nämlich sehr viel Wasser!

Im Schnitt werden für ein T-Shirt 2.700 Liter Wasser benötigt. Zum Vergleich: das sind 45-mal Duschen á 5 Minuten, oder 18 gefüllte Badewannen.

Angebaut wird Baumwolle hauptsächlich in Indien, China, den USA, Pakistan, Brasilien, Usbekistan und Australien. In Europa findet man Plantagen vor allem in Griechenland und der Türkei. Um eine ausreichende Wasserversorgung der Felder zu gewähren, wird auf eine künstliche Bewässerung zurückgegriffen. Hierbei wird meistens eine Oberflächenbewässerung genutzt. Hierbei wird die Plantage geflutet und das Wasser gestaut. Das Wasser wird hierbei meist durch Tiefbohrungen, oder aus Flüssen gewonnen, durch letzteres Drohen meist Austrocknungen. Bei der Oberflächenbewässerung werden nur 40% des Wassers von der Pflanze aufgenommen, der Rest verdunstet, versickert oder läuft durch Lecks an die falschen Stellen. Eine deutlich effizientere Variante ist die „Tröpfchenbewässerung“, die Konzeption ist allerdings sehr teuer und wird daher nur für 1% des weltweiten Baumwollbestands genutzt.

Bei Oberflächenbewässerung werden zwischen 6.000 und 29.000 Liter Wasser benötigt, um 1kg Baumwolle herzustellen. Bei der Tröpfchenbewässerung sind es nur bis zu 9.000 Liter.

Wir halten also fest: Unsere täglichen Baumwolltextilien brauchen eine Menge Wasser – eine sehr große Menge. Allerdings endet die Problematik nicht beim Wasserverbrauch. Was das genau ist klären wir im nächsten Beitrag (immer Dienstags). Was denkt ihr über das Thema? Schreibt es uns in die Kommentare. Schaut auch gern bei uns auf Instagram vorbei, dort findet ihr diesen Beitrag in Video-Form (immer Mittwochs) und als zusammenfassende Grafik (immer Sonntags). Tragt euch auch gern in unseren Newsletter ein, um keinen Beitrag mehr zu verpassen.

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